Der verschwundene Garten

In Seggebruch hängt an einem sanierten Wohnhaus eine Plakette des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser.

Dorfentwicklung.

Darunter steht, dieses Vorhaben diene der nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume als Wohn-, Wirtschafts-, Erholungs-, Sozial- und Kulturraum.

Vor 15 bis 20 Jahren war ich dort bei dem damaligen Eigentümer zu Gast, wir saßen im Sommer unter den kühlenden Kronen der Bäume. Der Mann hatte den Garten mit viel Liebe über Jahrzehnte angelegt. Kein Einzelbaum, sondern ein funktionierendes System. Unter den Bäumen lag Rasen. Schatten. Kühle. Raum.

Unter diesen Bäumen stand ein Hickory. Der Eigentümer hatte ihn gepflanzt, weil seine Kinder in die USA ausgewandert waren. Es war ein wertvoller Baumbestand.

Vor einigen Jahren wurde das Haus verkauft, saniert und in Wohneinheiten aufgeteilt.
Stellplätze entstanden.

Der Garten wurde vollständig gerodet.
Kein Baum blieb stehen.

Heute ist von dem Ort, an dem ich damals saß, nichts mehr übrig.

Das Haus steht noch.
Die Stellplätze und gepflasterte Flächen prägen den Ort heute.
An der Wand hängt die Plakette.



Große Bäume kühlen das Mikroklima um bis zu 6 °C, speichern Wasser, mindern Hitze.
Ein junger Baum braucht Jahrzehnte, um die Wirkung eines alten zu erreichen.


Was war vorher da?


Und warum wurde es nicht geschützt?

Nachhaltigkeit ist nur ein Wort…